Vielleicht ist es ja gar nicht so verkehrt, ein neues Blog am Buß- und Bettag zu beginnen. Mindestens dann, wenn man vorhat, die eigenen Beobachtungen zu Kirche und Gesellschaft weiterzugeben und zu kommentieren. Der schon vor Jahren abgeschaffte Feiertag erinnert mich daran, wie wenig präsent die Evangelische Kirche in der Öffentlichkeit ist. Mal abgesehen vielleicht von der Wahl einer telegenen und gleichzeitig lebensklugen Bischöfin zur Ratsvorsitzenden. Dafür werden dann schon mal die ersten Seiten und Aufmacher freigeräumt. Das freut mich, aber bei der Konzentration auf Personen ziehen Protestanten immer den Kürzeren.
Eigentlich geht es uns um Themen. Heute, am Buß- und Bettag zum Beispiel um die Frage nach dem Scheitern, nach Schuld, und Vergebung. Individuell und gesellschaftlich.
Aber: nichts. Weit und breit nichts. Kein Blatt rührt sich.
Im Gegenteil. Auf der Titelseite der FAZ kommentiert Daniel Deckers heute ausführlich die anstehende Wahl von Alois Glück zum Präsidentendes Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Und zur Primetime haben wir im Fernsehen die Wahl zwischen der Supernanny, den Dreamgirls, Desperate Housewives oder dem Fußball-Länderspiel Deutschland – Elfenbeinküste.
Derweil läuft im Kinderkanal schon “Beutholomäus kommt zum Weihnachtsmann” – noch sind es knapp zwei Wochen bis zum ersten Advent …

18. November 2009
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