Archive | Blog RSS feed for this section

Die Johannespassion mit Philippe Pierlot

17. April 2011

0 Comments

Ich bin völlig hin und weg von dieser Aufnahme der Johannes-Passion. Ich habe wirklich lange gesucht und fand keine der großen und bekannten Einspielungen wirklich gut. Aber Philippe Pierlot und das Ricercar Consort bringen eine unglaubliche Klarheit und Durchsichtigkeit in die Musik, vor allem in den Chören. Auch die Solisten gefallen mir. Eine wirklich besondere Aufnahme. Ich höre gerade nichts anderes mehr.
Ach ja, empfohlen hat mir diese Aufnahme Michael Wersin bei einer Veranstaltung im Evangelischen Forum Annahof !

www.mirare.fr

ricercar consort, jean-sebastion bach, passion, st Jean, Philippe Pierlot, Maria Keohane, Helena Ek, Hans-Jörg Mammel, Jan Kobow, Matthias Vieweg, Stephan MacLeod, Jan Börner, Carlos Mena, Mirare, Maison disque, CD, cd, production discographique, musique classique, folle journée
Continue reading...

“Autoritätendämmerung” oder: Die kulturelle Aufgabe der Kirchen

5. April 2010

0 Comments

Abgewogene Kommentare zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche sind dieser Tage eher selten. Matthias Morgenroths Beitrag „Autoritätendämmerung“ in der „Kulturwelt“ auf Bayern2 ist anders.

Unter dem Ansehensverlust der Kirche, sagt er, leiden nicht nur die Kirchen selbst, sondern letztlich die ganze Gesellschaft. Wenn Religion und Glaube immer weniger gelten, fehlt allen etwas: Das Bewusstsein, „dass es mehr gibt“, dass „eine geistige Ebene zum Leben und zur Gesellschaft bereichernd dazu gehört“, dass es sich lohnt, über die grundlegenden Fragen nach Sinn, Leben und Tod nachzudenken. Kirchen haben eine kulturelle Aufgabe.

Ob sie der allerdings bisher nachgekommen sind?

Morgenroth ist skeptisch: Die Suche der Menschen nach Antworten auf diese Fragen werde in der römisch-katholischen Kirche vielfach durch überlieferte Antworten aus dem Katechismus „eingeschläfert“.

Da fragt sich der Protestant, ob es bei uns immer so viel besser ist.

Die Augsburger Allgemeine vom 4. März widmet den kirchlichen Skandalen die ganze Seite drei: links die Protestanten, rechts die Katholiken. Als ob man die Trunkenheitsfahrt einer einzigen Bischöfin, die zudem sofort zurücktritt, mit den inzwischen kaum mehr zählbaren Fällen von sexuellem Missbrauch vergleichen könnte. Trotzdem: Der in der „Augsburger“ zitierte Pfarrer Frank Zelinsky macht nachdenklich: „Wir kriegen die Quittung, wir haben uns vielleicht zu viel mit uns beschäftigt. Wir müssen wieder raus zu den Menschen, zu denen, die außerhalb der Kirche stehen und zu denen, die wirklich in Not sind.“

 

 

Continue reading...

Kurz verlinkt: Vom Winde verweht

19. November 2009

0 Comments

In Hamburg, München oder Berlin werden fast die Hälfte aller Verstorbenen anonym beigesetzt.

“Besonders häufig entschließen sich dazu Menschen mit geringerem Bildungsstand.”

Weiß die FAZ:

Anonyme Bestattungen: Unsere Lieben, vom Winde verweht

Continue reading...

Monty Python bei CDU und CSU

18. November 2009

0 Comments

Neulich hat sich der AEK gegründet. Er ist so etwas wie das Gegenstück zum EAK. Zwei Arbeitskreise in den Unionsparteien.

Das kommt mir ein bisschen so vor wie im “Leben des Brian”: “Judäische Volksfront” und die “Volksfront von Judäa”.

Obwohl: Der “Arbeitskreis Engagierter Katholiken in der CDU/CSU” schreibt ja:

Selbstverständlich stehen wir für eine konfessionsübergreifende Ökumene. Wir stehen ein für ein klares und erkennbares Miteinander von evangelischen und katholischen Christen in der Politik. Wir stehen für Toleranz und Wertüberzeugungen.

Und der “Evangelische Arbeitskreis” in der CDU/CSU will:

“in ökumenischem Geist und im Respekt vor der ‘versöhnten Verschiedenheit’” arbeiten bzw. “die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Konfessionen in der CDU/CSU [...] fördern”

Spalter !!!

Continue reading...

Zentrum und Peripherie

18. November 2009

1 Comment

Was macht eigentlich einen Gottesdienst zu einem “zentralen Gottesdienst”?

Zuerst hatte ich den Bayerischen Rundfunk in Verdacht, den Wichtigmacher “zentral” eingefügt zu haben, um die Meldung über den landesbischöflichen Buß- und Bettags-Gottesdienst aufzupeppen. Aber dann habe ich auf bayern-evangelisch nachgesehen. Das scheint Sprachregelung der Bayerischen Landeskirche zu sein:

… Gedanken wie diese rückt Landesbischof Johannes Friedrich in den Mittelpunkt seiner Predigt zum Buß- und Bettag am Mittwoch, 18. November um 10 Uhr in der Münchner Kreuzkirche. Unter dem Thema „Was zählt noch?” steht der diesjährige zentrale Abendmahlsgottesdienst der bayerischen Landeskirche, Liturgen sind Stadtdekanin Barbara Kittelberger und Kirchenrat Dieter Breit.

Wer einen Gottesdienst zentral nennt, und sei es auch den mit der Predigt des Landesbischofs, drängt alle anderen Gottesdienste an die Peripherie. Macht sie zu Hilfsgottesdiensten für die, denen der Weg zum Zentrum zu weit ist.

Das Wort “zentral” mag ein Verkaufsargument der Öffentlichkeitsarbeit sein, evangelisch oder gar biblisch ist es nicht.

Continue reading...

Buß- und Bettag – war da was?

18. November 2009

0 Comments

Vielleicht ist es ja gar nicht so verkehrt, ein neues Blog am Buß- und Bettag zu beginnen. Mindestens dann, wenn man vorhat, die eigenen Beobachtungen zu Kirche und Gesellschaft weiterzugeben und zu kommentieren. Der schon vor Jahren abgeschaffte Feiertag erinnert mich daran, wie wenig präsent die Evangelische Kirche in der Öffentlichkeit ist. Mal abgesehen vielleicht von der Wahl einer telegenen und gleichzeitig lebensklugen Bischöfin zur Ratsvorsitzenden. Dafür werden dann schon mal die ersten Seiten und Aufmacher freigeräumt. Das freut mich, aber bei der Konzentration auf Personen ziehen Protestanten immer den Kürzeren.

Eigentlich geht es uns um Themen. Heute, am Buß- und Bettag zum Beispiel um die Frage nach dem Scheitern, nach Schuld, und Vergebung. Individuell und gesellschaftlich.
Aber: nichts. Weit und breit nichts. Kein Blatt rührt sich.
Im Gegenteil. Auf der Titelseite der FAZ kommentiert Daniel Deckers heute ausführlich die anstehende Wahl von Alois Glück zum Präsidentendes Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Und zur Primetime haben wir im Fernsehen die Wahl zwischen der Supernanny, den Dreamgirls, Desperate Housewives oder dem Fußball-Länderspiel Deutschland – Elfenbeinküste.
Derweil läuft im Kinderkanal schon “Beutholomäus kommt zum Weihnachtsmann” – noch sind es knapp zwei Wochen bis zum ersten Advent …

Continue reading...